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Gold hoch drei: Ilia Malinin behält die Nerven und gleitet bei den Eiskunstlauf-WM in Prag fulminant auf Platz eins
Auf dem Podest in Tschechien stehen nach der Kür fast dieselben Läufer wie vor sechs Wochen bei den Olympischen Spielen in Mailand. Mit einem entscheidenden Unterschied: Der selbsternannte Vierfach-Gott hat seine ersehnte Goldmedaille. Zum dritten Mal in Folge.
Für einen Augenblick bleibt in der Wertungstabelle die 4 vor dem Axel stehen. Hat er ihn nun doch gewagt? Hat er sich in nicht einmal einer Sekunde viereinhalb Mal um die eigene Achse gedreht? Selbst die Richter hinter der Bande der Prager Eishalle sind sich nicht sicher.
Doch auch ohne diesen «Teufelssprung», den schwierigsten auf dem Eis, ist nach vier Kür-Minuten klar: Ilia Malinin, der «Quad God», wie er sich selbst bezeichnet, der Gott der Vierfachen, ist wieder der Beste aller Besten. Bei den Eiskunstlauf-Weltmeisterschaften lässt er sich am Samstag, auch ohne die angekündigten sieben Vierfachen, die Goldmedaille um den Hals hängen. Zum dritten Mal in Folge.
Das Debakel der Olympischen Spiele, bei denen der 21-jährige Amerikaner vom ersten Platz im Kurzprogramm nach der völlig verpatzten Kür auf Platz acht landete, lässt er in Tschechien vergessen. Im ersten Teil der Kür läuft er noch angespannt. Dann aber steht er den Vierfach-Lutz, veredelt ihn mit einem Euler und dem Dreifach-Salchow in der Kombination und lächelt. Mit scheinbarer Leichtigkeit lässt er den Vierfach-Salchow-Dreifach-Axel folgen, begeistert sein Publikum mit seinem Rückwärtssalto, den er auf einem Bein landet, und brüllt. Es ist sein Befreiungsschrei am Ende harter Wettkämpfe, an denen der Goldknabe gereift ist.
Der Schweizer Lukas Britschgi auf Platz 9
Das amerikanische Eiswunder zeigt bei seiner Kür fünf Vierfachsprünge – und läuft mit 329,40 Punkten in der Gesamtwertung allen davon. Der Zweitplatzierte, der fröhliche Eisfloh Yuma Kagiyama aus Japan, in den Skating-Skills teilweise besser als der technisch überragende Malinin, liegt mehr als 20 Punkte hinter dem Sieger. Der Schweizer Lukas Britschgi patzt, fällt – und behält am Ende doch noch seinen neunten Platz aus dem Kurzprogramm. Der deutsche WM-Neuling Genrikh Gartung landet auf dem letzten, dem 24. Platz.
«Ich wollte einfach rausgehen, die Atmosphäre geniessen und die Welt des Eiskunstlaufs erleben – und es war mir eigentlich egal, ob ich gewinne oder verliere», sagt Malinin nach der Siegerehrung vor Journalisten. Es ist eine Welt, die er seit einigen Jahren wie kein anderer prägt, der er das Tempo vorgibt und in der er Elemente aufs Eis bringt, die keiner vor ihm auch nur im Ansatz gezeigt hatte.
Malinin ist 17, als er den ersten Vierfach-Axel in einem Wettbewerb steht – den Sprung, auf den er nach dem Drama in Italien, trotz der selbstbewussten Ankündigung, in Tschechien verzichtet. Es ist diese Selbstsicherheit, mit der er dem modernen Eiskunstlauf sein Gesicht verleiht. Seine Fans pilgern zu seinen Auftritten, als träte vor ihnen eine Band auf und nicht ein Jüngling, der Pirouetten auf dem Eis dreht und fast 80 Zentimeter hoch, um sich rotierend, in die Luft fliegt.
Er gibt den Street-Dancer auf Kufen. Während andere beim Anlauf zu den Sprüngen so wirken, als packe sie die Demut, als liefen sie extra langsamer, um sich auf das Element einzulassen, springt Malinin all die Toeloops, Flips, Rittberger, als zöge ihn eine unsichtbare Hand einfach nach oben, zum Himmel. Bis zu 25 Stunden pro Woche steht der Ehrgeizige auf dem Eis. Die meisten seiner Konkurrenten trainieren 5 bis 7 Stunden weniger.
Es ist ein Stück alter sowjetischer Eiskunstlaufschule, die nicht nur in Malinin mitfährt. Die Eltern des Amerikaners machten ihre ersten Schritte auf dem Eis in den Trainingshallen Sibiriens, samt dem Drill, der jedem Eiskunstläufer im Land widerfuhr. Bis heute wird in russischen Eiskunstlaufschulen auf Disziplin gesetzt – und auf Erniedrigung. Die Überzeugung dahinter: Ohne brächten die Mädchen und Knaben nicht die geforderte Leistung. Malinins Eltern kennen den Prozess. Und eigentlich, so betonen sie immer wieder in Interviews, wollten sie den Sohn davon abhalten, sich dem Eiskunstlauf zu widmen. Wie nur, wenn beide Eltern, selbst einstige Olympiateilnehmer, Eiskunstlauftrainer sind? Mittlerweile läuft auch Malinins elfjährige Schwester Elli Beatrice amerikanische Eiskunstlauf-Wettkämpfe.
Auch der Kanadier Stephen Gogolev (in Prag auf Platz 4) hat eine Mutter mit sowjetischer Eiskunstlauf-Geschichte, der Amerikaner Andrew Torgashev (in Prag auf Platz 11) Mutter und Vater. 16 von 24 WM-Läufern von Prag werden oder wurden von Trainern oder Choreografen aus der ehemaligen Sowjetunion betreut.
Der Japaner Kagiyama setzt auf Ausdruck
Den Auftritt in Prag nennt Malinin einen «Neustart für die nächsten vier Jahre». Viel Musik hören wolle er nun, ein paar Eisshows laufen – und doch noch Olympiagold holen, das er in Italien verspielte, weil die Nerven nicht mitgemacht hatten, wie er nach den Olympischen Spielen sagte.
Einfach wird es auch in vier Jahren nicht. Yuma Kagiyama ist Malinin in Prag dicht auf den Fersen. Das Kurzprogramm verpatzt der 1,60 Meter grosse Japaner und landet auf Platz sechs. Bei der Kür aber schwebt er geradezu übers Eis. Die enorme Kraft, wie Malinin sie mit jedem Sprung zeigt, ist nicht Kagiyamas Sache. Bei ihm wirkt jeder Lauf sanft – und vor allem fröhlich. In Italien gewann der Japaner Silber. In Tschechien steht er auch auf Platz 2 – mit seiner bislang besten Kür.

Facts Only

Ilia Malinin won gold at the 2024 World Figure Skating Championships in Prague, Czech Republic.
This is his third consecutive world title.
Malinin scored 329.40 points in the total score.
He executed five quadruple jumps during his free skate.
He did not attempt the quadruple Axel, the most difficult jump in figure skating.
Yuma Kagiyama of Japan won the silver medal.
Lukas Britschgi of Switzerland finished ninth after a fall.
Genrikh Gartung of Germany placed 24th in his World Championships debut.
Malinin previously finished eighth at the 2024 Olympic Games in Milan after leading the short program.
He trains up to 25 hours per week on the ice.
His parents are former Olympic figure skaters who trained in Siberia.
His 11-year-old sister, Elli Beatrice, competes in U.S. figure skating events.
16 of the 24 competitors at the World Championships were trained by coaches or choreographers from the former Soviet Union.
Stephen Gogolev of Canada, who finished fourth, has a mother with Soviet figure skating ties.
Andrew Torgashev of the U.S., who finished 11th, has parents with Soviet figure skating backgrounds.

Executive Summary

Ilia Malinin, the 21-year-old American figure skater known as the "Quad God," secured his third consecutive gold medal at the World Figure Skating Championships in Prague, Czech Republic. Despite a disappointing eighth-place finish at the recent Olympic Games in Milan, Malinin delivered a dominant performance in Prague, executing five quadruple jumps and scoring 329.40 points in the total score. Yuma Kagiyama of Japan claimed silver, while Swiss skater Lukas Britschgi finished ninth after a fall during his routine. Malinin's victory marks a significant rebound from his Olympic struggles, where he faltered in the free skate after leading the short program. His routine in Prague showcased technical mastery, including a quadruple Lutz-Euler-triple Salchow combination and a backflip landing on one foot, though he opted not to attempt the quadruple Axel, the most difficult jump in figure skating. Malinin's training regimen, influenced by Soviet-era discipline, includes up to 25 hours per week on the ice, far exceeding the typical training load of his competitors. The event also highlighted the enduring influence of Soviet-era coaching methods, with 16 of the 24 competitors in Prague trained by coaches or choreographers from the former Soviet Union.

Full Take

The narrative of Ilia Malinin's victory at the World Championships is framed as a triumph of technical mastery and mental resilience, a redemption arc after his Olympic disappointment. The strongest version of this story highlights his unparalleled athleticism, the influence of Soviet-era training discipline, and the global dominance of Russian coaching methods in figure skating. However, the article also subtly reinforces a pattern of glorifying extreme training regimens, which could normalize unhealthy expectations for young athletes. The emphasis on Malinin's "Quad God" persona and his self-proclaimed title leans into a cult of personality, potentially overshadowing the artistic and expressive dimensions of figure skating.
The piece also touches on the broader influence of Soviet-era coaching, noting that 16 of 24 competitors were trained by former Soviet coaches. This raises questions about the homogenization of the sport and whether the relentless focus on technical difficulty—exemplified by Malinin's five quadruple jumps—comes at the expense of artistic diversity. The article contrasts Malinin's power with Yuma Kagiyama's expressive, joyful style, hinting at a tension between technical dominance and artistic interpretation in the sport's evolution.
Root cause: The narrative assumes that relentless technical progression is the primary measure of excellence in figure skating, a paradigm that aligns with the Soviet-era emphasis on discipline and performance metrics. This echoes historical patterns in sports where systemic training methods prioritize outcomes over individual well-being.
Implications: While Malinin's success is undeniable, the celebration of extreme training hours and high-risk elements like quadruple jumps may pressure younger skaters into unsafe practices. The dominance of Soviet-influenced coaching also raises questions about the sport's cultural diversity and whether alternative training philosophies can compete.
Bridge questions: How might the sport balance technical innovation with artistic expression? What are the long-term physical and mental health consequences of training regimens like Malinin's? Could the emphasis on quadruple jumps limit the sport's appeal to broader audiences?
Counterstrike scan: If this were part of a coordinated influence campaign, the playbook might involve amplifying the "Quad God" narrative to create a singular, marketable star while downplaying the risks of extreme training. The actual content does not fully match this pattern, as it acknowledges Kagiyama's contrasting style and the broader coaching context. However, the framing still leans heavily into Malinin's technical dominance, which could serve commercial or nationalistic interests in figure skating.
Patterns detected: ARC-0024 Ambiguity (glossing over the health risks of extreme training), ARC-0043 Motte-and-Bailey (celebrating technical mastery while implying it's the only path to success).