Wegen Annäherung an Kanada Trump droht EU mit »sehr hohen Zöllen« und einem Handelsstopp
Kanada und die EU haben derzeit vor allem eines gemeinsam: Beide leiden unter der unberechenbaren Handels- und Außenpolitik der USA unter Präsident Donald Trump. »In dieser neuen Welt müssen wir unsere Partnerschaften dringend neu denken«, sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Mittwoch im EU-Parlament in Straßburg im Beisein des kanadischen Premierministers Mark Carney. Sie warb dabei für eine »assoziierte« EU-Mitgliedschaft Kanadas (mehr dazu hier).
Im Weißen Haus kommt dieser Vorschlag nicht gut an. »Ich halte das für lächerlich«, sagte Trump darauf angesprochen. Und: »Wenn sie das tun, und ich das auch nur im Geringsten als feindseligen Akt betrachte, werde ich sehr hohe Zölle verhängen oder den Handel mit Europa in vielen Bereichen einstellen.«
Trump äußerte sich im Bundesstaat North Carolina, wo er vor den Midterms eine Wahlkampfrede hielt. Er fügte hinzu: »Wenn die Absicht gut ist, ist das in Ordnung. Wenn die Absicht schlecht ist, werden wir Europa mit sehr hohen Zöllen belegen, das ist eine Möglichkeit.« Er erläuterte nicht, woran genau er die Absichten festmachen würde.
.@POTUS on Canada possibly becoming an associate member of the European Union: "
— Rapid Response 47 (@RapidResponse47) September 16, 2026
"I think it's laughable... Canada has been a terrible trade partner... If I think it's at all an hostile act, I will put very serious tariffs or stop trading with Europe on many things." pic.twitter.com/HiFK8Tc1TJ
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Über Kanada sagte Trump bei dem Termin nur, das Nachbarland sei zuletzt ein »schrecklicher Handelspartner« gewesen.
Die USA und Kanada befinden sich aktuell in einem festgefahrenen Handelsstreit, der zuletzt wieder eskaliert war (mehr dazu hier ). Im Zollkonflikt mit der EU hatten sich die Vereinigten Staaten vor mehr als einem Jahr auf ein Zollabkommen geeinigt.
Carney spricht am Donnerstag im EU-Parlament
Kanadas Premierminister hatte zu den Aussagen von der Leyens gesagt, er begrüße den »Vorschlag« zu einem »weitaus stärkeren, ehrgeizigeren Bündnis in der Zukunft«. Eine assoziierte Mitgliedschaft wurde in Carneys Stellungnahme nicht direkt erwähnt. Am Donnerstag will er eine Rede im EU-Parlament halten. Es wird erwartet, dass er den Abgeordneten seine Idee einer »einzigartigen Allianz« zwischen seinem Land und der Europäischen Union erläutert.
Von der Leyen und Carney am Mittwoch im EU-Parlament
Foto:Christophe Licoppe / AFP
Von der Leyen hatte bei ihrer Rede keine Details dazu genannt, wie eine »assoziierte« EU-Mitgliedschaft Kanadas konkret aussehen könnte. Sie kündigte aber unter anderem eine Technologieallianz sowie eine engere Zusammenarbeit in der Verteidigungsindustrie zwischen Kanada und der EU an. Die Partnerschaft sei »nicht gegen Andere« gerichtet, sondern solle Kanada und die EU »gemeinsam stärker machen«, so von der Leyen.
Eine reguläre EU-Mitgliedschaft Kanadas ist nach den geltenden Verträgen nicht möglich. Nach Artikel 49 des EU-Vertrags können nur europäische Staaten der Union beitreten.
Um die Abhängigkeit von den USA zu verringern, hat sich Kanada zudem um die Aufnahme in die von Großbritannien geführte Militärkoalition Joint Expeditionary Force (JEF) beworben. »Premierminister Carney gab bekannt, dass Kanada sich formell um den Beitritt zur Joint Expeditionary Force beworben hat, und begrüßte die Unterstützung Großbritanniens für die Teilnahme Kanadas an dieser wichtigen Initiative«, hieß es in einer Erklärung aus dem Büro des Premierministers.
Bei der JEF handelt es sich um eine schnelle Eingreiftruppe, der zehn Nato-Mitgliedstaaten angehören: Dänemark, Estland, Finnland, Island, Lettland, Litauen, die Niederlande, Norwegen, Schweden und das Vereinigte Königreich. Carney hatte sich zuvor mit dem britischen Premierminister Andy Burnham getroffen.
Sollte Kanada der EU beitreten? Die Idee wirkt radikal. Und könnte das Beste sein, was den Europäern seit Langem passiert ist. Warum, erfahren Sie hier .
Facts Only
* EU Commission President Ursula von der Leyen proposed an "associate" EU membership for Canada.
* President Donald Trump stated he would impose very high tariffs or stop trading with Europe if perceived as hostile.
* Trump characterized Canada as a "terrible trade partner."
* The USA and Canada are currently involved in a frozen trade dispute.
* The USA and the EU previously agreed on a tariff agreement over a year prior to this context.
* Ursula von der Leyen announced plans for a technology alliance and closer defense industry cooperation between Canada and the EU.
* Full EU membership for Canada is not possible under current treaties.
* Canadian Prime Minister Mark Carney expressed support for a stronger future alliance.
* Canada formally applied for membership in the NATO Joint Expeditionary Force (JEF).
Executive Summary
Full Take
Sentinel — Human
This text appears to be standard geopolitical reporting, balancing direct quotes with contextual background, which is characteristic of human-authored journalism discussing complex diplomatic negotiations.
